Hintergrund des Projekts

PaintingSkillsNetwork reagierte auf aktuelle berufsbildungspolitische Entwicklungen in der Europäischen Union. Diese wiederum sind eine Reaktion auf die wirtschaftspolitischen Zielstellungen der Agenda 2020. Die EU will erreichen, dass bis zum Jahr 2020 75% der erwerbsfähigen Personen einer Beschäftigung nachgehen. Die derzeit extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit in vielen Regionen Europas verdeutlicht, welche Anstrengungen nötig sind, um dieses Ziel zu erreichen. Eine der Ursachen für die Jugendarbeitslosigkeit wird in der fehlenden Beschäftigungsfähigkeit der Absolventen der Berufsausbildung gesehen. Es wird bemängelt, dass viele Berufsbildungssysteme zu wirtschaftsfern agieren und nur ungenügende Möglichkeiten zum Erwerb fachlicher und personaler Kompetenzen bieten, die vom Arbeitsmarkt nachgefragt werden. Die EU fordert ihre Mitglieder deshalb auf, die Berufsbildung zu reformieren. Die Berufsbildung und die Wirtschaft müssen miteinander kooperieren um die bestehenden Defizite zu kompensieren.

An dieser Stelle setzt das Projekt PaintingSkillsNetwork an. Ausbildungseinrichtungen des europäischen Malerhandwerks sowie Vertreter der Wirtschaft (Dachverband des europäischen Malerhandwerks – UNIEP und Berufsverbände aus verschiedenen Ländern) verständigten sich über konzeptionelle Grundlagen für eine künftige wirtschaftsnahe berufliche Bildung in diesem Sektor. Sie beschrieben Lernergebniseinheiten und ordneten diesen Learning Outcomes zu. Um den Transfer dieser Lernergebniseinheiten in die Ausbildungspraxis zu erleichtern, wurden methodisch-didaktische Handreichungen für Lehrkräfte und ein Verfahren zur Messung der Lernergebnisse konzipiert.

Absichten und Ziele des Projekts

  1. Zusammenführung der Ergebnisse der beiden abgeschlossenen Vorläuferprojekte ECVET Ma-Flo und EuroPaintingSkills

  2. Verständigung über eine berufsfeldbreite (in Teilen berufsfeldübergreifende) Struktur von Lerneinheiten und Lernergebnissen, die sich an den Erfordernissen des Arbeitsmarktes orientieren.

  3. Europaweite Anerkennung der Lerneinheiten und Lernergebnisse, die zum Standard für die berufliche Qualifizierung im Sektor werden.

  4. Gegenüber den Vorläuferprojekten sollen die Sichtweisen von möglichst vielen europäischen Ländern – derzeit 7 Länder und UNIEP – in die Darstellung der Lerneinheiten einfließen.

  5. Die nationalen Berufsbildungssysteme bzw. die Kompetenzprofile der Absolventen sollen nicht nivelliert, die Unterschiede sollen dokumentiert werden --> neue Perspektiven für künftige Mobilitäten: Im Ausland Zusatzqualifikationen erwerben, die national anerkannt werden.

  6. Die konzeptionellen Arbeiten/Ergebnisse der Vorläuferprojekte gelten als Grundlage für künftige Aktivitäten von PaintingSkillsNetwork.

Projektergebnisse

Portfolio mit Lernergebniseinheiten und Lernergebnissen

Diese Lernergebniseinheiten und Lernergebnisse steigern die Qualität der Ergebnisse von Mobilitäten (die Teilnehmer erwerben fachliche und personale Kompetenzen, die im Entsendeland anerkannt werden können) sowie die Transparenz zwischen den Berufsabschlüssen.

EQR Niveaustufe 3

U1 Aufmaß und Berechnungen, Mathematik
U2 Gesundheit, Sicherheit, Umwelt
U3 Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnik und Kundenorientierung
U4 Planen von Arbeitsabläufe und Einrichten von Arbeitsplätzen
U5 Materialien und Werkzeuge, Geräte, Anlagen
U6 Arbeitsverfahren, Beschichtungstechniken
U7 Untergrundprüfungen (Prüfmethoden)
U8 Untergrundbehandlungen
U9 Beschichtungen (Aufbau)
U10 Dekorative Gestaltung
U11 Tapezieren
U12 Schutz- und Spezialbeschichtungen
U13 Normen und Qualitätskontrolle (-management)
U14 Länderspezifische Ergänzungen – …

EQR Niveaustufe 4

U1 Aufmaß und Berechnungen, Mathematik
U2 Gesundheit, Sicherheit, Umwelt
U3 Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnik und Kundenorientierung
U4 Planen von Arbeitsabläufe und Einrichten von Arbeitsplätzen
U5 Materialien und Werkzeuge, Geräte, Anlagen
U6 Arbeits- und Beschichtungsverfahren (Reinigungs-, Entschichtungs-, Spritzverfahren, Beschichtungstechniken)
U7 Untergrundprüfungen (Prüfmethoden)
U8 Untergrundbehandlungen
U9 Beschichtungen (Aufbau), Arbeits- und Beschichtungsverfahren
U10 Dekorative Gestaltung
U11 Tapezieren
U12 Schutz- und Spezialbeschichtungen
U13 Montage- und Dämmtechniken
U14 Normen und Qualitätskontrolle (-management)
U15 Länderspezifische Ergänzungen – …
Sammlung von Lernszenarien als methodisch-didaktische Handreichung für Lehrkräfte

In der gemeinsamen Entwicklung von Lernszenarien fand ein Erfahrungsaustausch zwischen den Lehrkräften verschiedener Länder statt, und es wurden best practice Beispiele grenzüberschreitend verbreitet. Die Lernszenarien ermöglichen eine Gestaltung einer wirtschaftsnahen beruflichen Bildung, die auch in schulisch orientierten Systemen praktiziert werden kann. Sind so konzipiert, dass sie sowohl im schulischen als auch im betrieblichen Bereich einsetzbar sind bzw. einfach und unkompliziert von beiden Bereichen kombiniert werden können.

Mobilitätshandbuch zur Gestaltung grenzüberschreitenden Lernens

Mit dem Handbuch verfügt PaintingSkillsNetwork über ein Instrument zur Qualitätssicherung von Mobilitäten. Es beschreibt alle für deren Vorbereitung, Durchführung und Erfolgskontrolle erforderlichen Abläufe einschließlich der dazugehörigen Instrumente und Dokumente.

Handouts und Dokumentationen der Methodikworkshops und der Schülercamps

Die jeweils zwei durchgeführten Methodikworkshops und Schülercamps ermöglichten es dem Projektkonsortium, die curricularen intellektuellen Outputs einer Evaluierung zu unterziehen, also insbesondere die Ergebnisse der Intellektuellen Outputs 1 und 2 gemeinsam mit Ausbildern/Lehrkräften und Lernenden unter den Bedingungen verschiedener Berufsbildungssysteme zu erproben.

Die dabei gesammelten Erkenntnisse wurden bei der Schlussredaktion der konzeptionellen Produkte berücksichtigt und gingen in den Erfahrungsbericht ein. Die Handouts und die Dokumentationen über den Verlauf der Methodikworkshops und Schülercamps sichern darüber hinaus den Transfer der Projektergebnisse in die Ausbildungspraxis.

Erfahrungsbericht über die Erprobung der curricularen und methodisch-didaktischen Produkte

Im Erfahrungsbericht werden die Endfassungen der Intellektuellen Outputs des Projekts dokumentiert. Er stellt die Ergebnisse der Erprobung des Portfolios und der Lernszenarien dar und beurteilt die Praktikabilität der Methodikworkshops und Schülercamps als Instrumentarien des Erfahrungsaustauschs und des grenzüberschreitenden Lernens (Mobilitäten, Projektlernen). Er trifft Aussagen darüber, wie die Projektergebnisse einen Beitrag zur Erhöhung der Ausbildungsqualität (Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit der Absolventen) leisten.