Strategischer Rahmen - Allgemeine berufliche Bildung 2020

Die Rolle der EU (EUROPÄISCHE UNION) in der allgemeinen und beruflichen Bildung. Für die Bildungs- und Ausbildungssysteme ist jedes EU-Land selbst verantwortlich.

Ziel der EU-Politik ist es

  • nationale Maßnahmen zu unterstützen und
  • bei der Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen zu helfen, z.B. im Zusammenhang mit alternden Gesellschaften, Qualifikationsdefiziten der Arbeitnehmer und dem globalen Wettbewerb.

Die EU bietet ein Forum für den Austausch bewährter Verfahren, indem sie Informationen und Statistiken sammelt und verbreitet und die Länder bei politischen Reformen unterstützt und berät. Zur erfolgreichen Umsetzung des strategischen Rahmens, setzt die EU auf Arbeitsgruppen, die aus Experten (von den jeweiligen EU-Ländern ausgewählt und benannt) und anderen wichtigen Interessenträgern bestehen. Ziel ist die Förderung nationaler Reformen durch wechselseitiges Lernen, dem Austausch bewährter Verfahren und die Entwicklung von Instrumenten auf EU-Ebene.

Die EU stellt zudem auch Finanzmittel für Maßnahmen zur Förderung von Lernen und Bildung auf allen Ebenen und für alle Altersgruppen bereit.
Im strategischen Rahmen für allgemeine und berufliche Bildung haben die EU-Länder vier Ziele zur Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen bis 2020 festgelegt:

  1. Verwirklichung von lebenslangem Lernen und Mobilität
  2. Verbesserung der Qualität und Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung
  3. Förderung von Chancengleichheit, sozialem Zusammenhalt und aktivem Bürgersinn
  4. Förderung von Innovation und Kreativität - einschließlich unternehmerischen Denkens - auf allen Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung

Die Europäische Kommission ist eine von 14 EU-Institutionen, deren Aufgabe die Förderung der allgemeinen Interessen der EU durch Vorschläge für neue europäische Rechtsvorschriften und deren Durchsetzung ist. Sie setzt Strategien um und verwaltet den EU-Haushalt.

Was tut die europäische Komission für die berufliche Bildung?

Auf der Grundlage des Kopenhagen-Prozesses (= Intensivierung der europäischen Zusammenarbeit bei der beruflichen Bildung, Beginn: November 2002) arbeitet die Kommission eng mit nationalen Regierungen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervereinigungen sowie Nicht-EU-Ländern zusammen, um:

  • die Qualität der beruflichen Bildung (Erstausbildung, berufliche Weiterbildung) zu verbessern
  • die Qualität von Lehrkräften, Ausbildern und Ausbilderinnen sowie anderen in diesem Bereich tätigen Berufsgruppen zu verbessern und
  • die Ausbildungsinhalte besser auf den Arbeitsmarkt abzustimmen

Wie erreicht die europäische Kommission ihre Ziele

Die genannten Ziele sollen durch folgende Maßnahmen erreicht werden:

  • Lernen am Arbeitsplatz
  • Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten (Initiative zur Förderung der europäischen Zusammenarbeit in einem bestimmten Wirtschaftszweig)
  • Leistungswettbewerbe  (Unterstützung von Veranstaltungen wie WorldSkills und EuroSkills)
  • Optimierung nationaler Systeme durch den Europäischen Bezugsrahmen für Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung (EQAVET)
  • Agenda für neue Kompetenzen und Beschäftigungsmöglichkeiten (EU-Strategie, um bis 2020 eine Beschäftigungsquote von 75 % zu erreichen)
  • Jugend in Bewegung (EU-Initiative, die jungen Menschen helfen soll, die für den Einstieg in den Arbeitsmarkt erforderlichen Fähigkeiten,
    Kompetenzen und Erfahrungen zu erwerben)
  • Toolkit (Unterstützung bei der Einbindung des ECVET (Europäisches Leistungspunktesystem für die Berufsbildung) in neue oder bestehende Mobilitätsprogramme)

Im Bereich der beruflichen Bildung wird die Kommission von folgenden zwei Agenturen unterstützt:

  • Europäisches Zentrum für die Förderung der Berufsbildung (Cedefop): stellt Informationen und Analysen zu Berufsbildungssystemen, Bildungspolitik, Forschung und Praxis in der EU bereit
  • Europäische Stiftung für Berufsbildung (ETF): fördert Berufsbildungssysteme auf dem westlichen Balken, benachbarten Ländern und in Zentralasien